Band 05: Leser-Beispiele


Leser-Beispiele

Vision und Notwendigkeit: Wir müssen nicht mehr ein oder zwei Stunden lang über stinkende Autobahnen in ein entferntes Naturschutzgebiet hasten, wo bunte Bläulinge tanzen, Libellen pfeilschnell durch die Luft jagen, an jeder Ecke Grillen in rhythmischen Takten zirpen und wo an bunten Blüten Bockkäfer und Sandbienen auf Futtersuche gehen. Wir brauchen nicht mehr tief ins Portemonnaie zu greifen, um die Kraft der Natur zu tanken: am Weiher mit seinen geheimnisvollen Nachtgesängen oder an der Küste mit vielen tausend Seeschwalben, Silbermöwen, Strandläufern und Rotschenkeln. Wir kehren es um! Nicht Mensch zur Natur, sondern Natur zu Mensch! Die explosive Kraft der Schöpfung, die Kreativität der Evolution und das Konzert des Lebens kehren zurück in unser Wohnumfeld, an die Wohnstraßen, Innerstädte, an verkehrsreiche Landstraßen, an unsere Arbeitsorte, an Ackerränder in Kultur- und Agrarräume – vitale Lebensqualität an jedem Lebensort.

Ein schöner Traum? Ein Märchen, das jeden Erzähler zum Lügner werden lässt, weil er die Seele strapaziert und aus Phantasien unerfüllbare Wünschen macht? Falsch! Traum triff auf Realität im Bundestagsbeschluss vom 7. November 2007. Verabschiedet wurden die „Nationalen Strategien zur biologischen Vielfalt“. Ihr Leitgedanke: Das Leben kehrt dorthin zurück, wo Menschen leben! Ein bemerkenswertes Konzept:

  • Feldlerchen im trillernden Spiralflug und akrobatisch fliegende Kiebitze in einst totgespritzten und ausgeräumten Agrarlandschaften
  • bunte Falter an belebten Autostraßen wo einst langweilig ödes Grün und totgemähte Randstreifen jedes Leben erstickten
  • Wildbienen und bunte Blumenwiesen in Industriegebieten, wo wertlose und ungeliebte No-Name-Flächen mit Großrasenmähern immer wieder plattgequält wurden
  • Eichhörnchen und schwebende Taubenschwänzchen an der Roten Spornblume in Gärten, wo immer mehr Gerölldesign wie ausgelagerte Baustofflager Friedhöfe der Evolution entstehen ließen.

Bundestagsbeschluss von 2007: Von der Politik längst vergessen! Nicht von uns!

Aber geht das? Und ob! Wir müssen Gewohnheiten als Irrwege begreifen, neue Wege zulassen, sensibel werden für die filigranen Beziehungen des Lebens und Visionen zu Taten werden lassen. Wir brauchen Macher, die heute das Leben der Zukunft pflanzen – und wohl nicht selten erstreiten müssen.

Solche Macher stellen sich und ihre Ideen vor. Wir holen sie raus aus den Schubladen, versteckten Hinterhöfen, Regionen und Landschaften. Beispiele und Umsetzungsprojekte in Naturgärten, Innenstädten, Wohngebieten, Industrieräumen, Firmengeländen, Kirchengelände und Agrarlandschaften – zu schade, um all das unentdeckt zu lassen und es nicht weiter zu geben!! – In diesem Kapitel des Buches soll das möglich sein.

Bringen Sie sich ein!